Archiv der Kategorie: CRETA

Der Fontane-Code

Ein CRETA-Team nimmt am kommenden Wochenende am Fontane-Hackathon „Der Fontane-Code“ teil. Das Team besteht aus Sandra Murr, Sarah Schulz, Tim Strohmeyer und Nils Reiter und arbeitet an den Besonderheiten Fontanes im Vergleich mit seinen Zeitgenossen:

Als wiederkehrende Charakteristika werden in den Werken Theodor Fontanes gerne die historischen Referenzräume, die vertikalen Handlungsentwicklungen, der auktoriale Erzählgestus, die Charakterisierung der Figuren im Dialog sowie die Ironie und Humor als Stilmittel herausgestellt.
In unserem Projekt möchten wir uns mithilfe von computergestützten Analysen der Auffindung von diesen und weiteren Aspekten des Erzählstils Fontanes auf Textebene annähern. Wir fokussieren dabei Sprachstrukturen, linguistische Eigenschaften sowie sprach-strukturelle und semantisch-inhaltliche Merkmalen. Um die Besonderheit dieser Aspekte für die Werke Fontanes herauszuarbeiten, ziehen wir Texte zeitgenössischer Autoren wie Wilhelm Raabe und Gottfried Keller zum Vergleich heran und erwirken so eine quantitative und kontrastive Charakterisierung fontanespezifischer Stilmittel.

Werkstatt-Treffen: Netzwerkanalyse

Im Rahmen des CRETA-Projekts findet ein öffentliches Werkstatt-Treffen statt, zu dem externe Gastvortragende eingeladen sind (Vortrags- und Diskussionssprache ist Englisch).

Das Programm  für Mittwoch, den 14. März 2018:

• 09:00 Nils Reiter, CRETA
Welcome & Introduction

• 09:15 Nora Ketschik, Evgeny Kim & Florian Barth, CRETA
Extracting Character Networks from Arthurian Romances and Werther
Adaptations

• 10:30 Coffee break

• 11:00 Yannick Rochat, Université de Lausanne
Character Network Analysis: A Review

• 12:30 Lunch break

• 14:00 Andreas Kuczera, Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Regesta Imperii as a Network of Entities

• 15:30 Coffee break

• 16:00 Frederik Elwert, Ruhr-Universität Bochum
Adding Meaning to Literary Networks. A Networked Topic Model of
the Mahābhārata

• 17:30 Closing discussion

• 18:00 End (ca.)

Das Programm zum Download als PDF: Agenda-WS5.PDF

Stuttgart auf der DHd 2018

Logo DHd 2018

Auf der in knapp zwei Wochen stattfindenden DHd-Konferenz 2018 kommen erfreulicherweise eine ganze Reihe Beiträge aus Stuttgart, viele davon sind CRETA-Beiträge:

  • Mo., 26.02., 14-17:30, Workshop: Maschinelles Lernen lernen: Ein CRETA-Hackatorial zur reflektierten automatischen Textanalyse (Nils Reiter, Nora Ketschik, Gerhard Kremer, Sarah Schulz)
  • Mi, 28.02., 9:00-10:30, Vortrag: A Reporting Tool for Relational Visualization and Analysis of Character Mentions in Literature (Florian Barth, Evgeny Kim, Sandra Murr, Roman Klinger)
  • Mi., 28.02., 11:00-12:30, Vortrag: Was Lesende denken: Assoziationen zu Büchern in Sozialen Medien (Jens Beck, Marcus Willand, Nils Reiter)
  • Do., 01.03., 9:00-10:30, Vortrag: Quantitatives „close reading“? Vier mikroanalytische Methoden der digitalen Dramenanalyse im Vergleich (Benjamin Krautter)
  • Do., 01.03., 11:00-12:30, Vortrag: Digitale Modellierung von Figurenkomplexität am Beispiel des Parzival von Wolfram von Eschenbach (Manuel Braun, Roman Klinger, Sebastian Padó, Gabriel Viehhauser)
  • Do., 01.03., ab 17:45, Poster: SustainLife – Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften (Johanna Barzen, Jonathan Blumtritt, Uwe Breitenbücher, Simone Kronenwett, Frank Leymann, Brigitte Mathiak)
  • Do., 01.03., ab 17:45, Poster: Entitäten im Fokus am Beispiel von Captivity Narratives (Linda Kessler, Tamara Braun, Tanja Preuß)
  • Do., 01.03., ab 17:45, Poster: NLP meets RegNLP meets Regesta Imperii (Andre Blessing, Andreas Kuczera)
  • Do., 01.03., ab 17:45, Poster: Verhaltensmuster in Massendiskursen: Ein Opinion Dynamics – Modell (Malte Heckelen)
  • Do., 01.03., ab 17:45, Poster: Die Max-Bense-Collection. Digitale Re-Publikation von Erstausgaben mit erweiterten Plattformfunktionen (Claus-Michael Schlesinger)
  • Fr., 02.03., 11:00-12:30, Vortrag: SANTA: Systematische Analyse Narrativer Texte durch Annotation (Evelyn Gius, Nils Reiter, Jannik Strötgen, Marcus Willand)

CRETA bei der DH 2017

CRETA beteiligte sich bei der DH 2017, der diesjährigen Internationalen Konferenz der Digital Humanities in Montréal, mit folgenden Beiträgen.

  • From Text to Networks: Combining Entity and Segment Annotations in the Analysis of Large Text Corpora
    (Nils Reiter, Maximilian Overbeck, Sandra Murr)

    Dieser Halbtages-Workshop bot Praxiserfahrung beim Erproben eines vollständig erarbeiteten und getesteten Arbeitsablaufs, der im Centrum für reflektierte TextAnalyse entwickelt worden war. Der Schwerpunkt lag auf der validen und zuverlässigen Erkennung verschiedener Arten von Entitäten und Segmenten in nicht vorverarbeiteten und nicht annotierten Texten und der Gewinnung von Informationen über charakteristische Beziehungen anhand von Netzwerk-Visualisierungen. Das Interesse an Netzwerken für die Datenrepräsentation und -visualisierung ist seit Kurzem sehr hoch, und wir glauben, dass unser dreistufiger Arbeitsablaufplan auf viele Forschungsfragen in den Sozial- und Geisteswissenschaften übertragbar ist.

Wissenschaftliche Artikel:

  • Interactive Visual Exploration of the Regesta Imperii
    (Markus John, Christian Richter, Steffen Koch, Andreas Kuczera, Thomas Ertl)
  • Prototypical Emotion Developments in Adventures, Romances, and Mystery Stories
    (Evgeny Kim, Sebastian Pado, Roman Klinger)
  • Digital Analysis Of The Literary Reception Of J.W. V. Goethe’s Die Leiden Des Jungen Werthers
    (Sandra Murr, Florian Barth)
  • A Shared Task for a Shared Goal: Systematic Annotation of Literary Texts
    (Nils Reiter, Evelyn Gius, Jannik Strötgen, Marcus Willand)
  • Towards a Digital Narratology of Space
    (Gabriel Viehhauser-Mery, Florian Barth)

CRETA bei der DHd 2017 in Bern

Unter dem Thema „Digitale Nachhaltigkeit“ fand vom 13. – 17. Februar 2017 an der Universität Bern die 4. Tagung des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ statt. In verschiedenen Formaten und unter verschiedenen Gesichtspunkten wurde in acht Workshops, zwölf Vortragsslots, acht Panels, drei Keynotes und diversen Postern das Tagungsthema diskutiert. Dabei ging es u.a. um digitale Editionen, Visualisierung und Modellierung sowie um den Erhalt digitaler Daten, deren Repräsentation und Kompatibilität.

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Für uns begann die Woche Dienstagmorgen mit dem von uns mitorganisierten Workshop CUTE (CRETA Unshared Task zu Entitätenreferenzen). Bei diesem wurden andere Forschungsgruppen dazu aufgefordert, sich mit Bezug zu ihren eigenen Forschungsfragen mit dem im Rahmen des Projekts entstandenen Datensatz zu Entitäten in unterschiedlichen Textsorten zu beschäftigen. Hervorzuheben war die Heterogenität unserer Daten, die sowohl aus den Sozialwissenschaften als auch aus der älteren und neueren Literaturwissenschaft stammen. Im Workshop wurde das Konzept von Entitäten als ein textübergreifender Baustein vorgestellt, das dem Textverständnis dient und für forschungsspezifische Fragestellungen anschlussfähig ist. Trotz geringer Beteiligung am Unshared Task fand der Workshop bei den Teilnehmern vor Ort regen Anklang.

Am Donnerstag ging es im Vortrag von Gabriel Viehhauser und Florian Barth um eine spezifische Entität: die digitale Modellierung des Raums. Es wurden erste Ergebnisse zur Operationalisierung des Raumkonzepts in literarischen Texten vorgestellt und netzwerkgraphisch visualisiert.

Am Nachmittag diskutierten Nils Reiter und Marcus Willand gemeinsam mit Peer Trilcke, Frank Fischer, Nanette Rißler-Pipka und Christof Schöch über Methoden der quantitativen Dramenanalyse. Es wurden drei verschiedene Ansätze präsentiert und in einer Podiumsdiskussion reflektiert. Dabei wurde einerseits die Beziehung zwischen dem literaturwissenschaftlichen Gegenstand und der computergestützten Methode, andererseits unter dem Stichwort der Inter-Interpretabilität die Zusammenführung der verschiedenen Ansätze thematisiert, wobei sich die institutsübergreifende Kollaborationsbereitschaft zeigte. Auch das Leitthema der DHd fand Eingang in die Diskussion, indem anhand von Fragen nach Standardformaten und Dokumentationen Möglichkeiten der Nachhaltigkeit besprochen wurden.

Zu guter Letzt stellten wir am Freitagmorgen unseren PoS-Tagger für „das“ Mittelhochdeutsche vor. Für das Training eines Modells für den TreeTagger mussten zunächst semi-automatisch Daten erstellt werden, wofür wir auf die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank zurückgreifen konnten. Die Daten, die uns von Forschern aus Salzburg zur Verfügung gestellt wurden, sind teils manuell, teils automatisch mit PoS-Tags ausgezeichnet worden, um dann als Trainingsmaterial für ein mittelhochdeutsches Taggermodell zu dienen. Ein sehr interessiertes Publikum gab positive Rückmeldung: Es sei an der Zeit gewesen, diese Lücke für mittelhochdeutsche Texte zu schließen. Die Verfügbarkeit eines wichtigen Vorverarbeitungswerkzeugs als Grundlage für weiterführende automatische Analysen wird zukünftig die Möglichkeiten digitaler Methoden auch im Kontext der Mediävistik positiv prägen können.

Die fast schon familiäre Atmosphäre der Tagung lud zum Austausch mit Wissenschaftlern nicht nur aus der eigenen Forschungsrichtung ein, sondern förderte auch den interdisziplinären Kontakt. Denn zuletzt beschäftigten sich alle Teilnehmer mit Möglichkeiten der Konservierung von Daten, Standardisierung von Formaten und der Frage, wie sich Kollaborationen langfristig bewähren können. So zog sich das Thema der Nachhaltigkeit nicht nur durch das Programm, sondern gab auch Anlass zur kritischen Reflektion der Disziplin, womit sich bereits erste Anklänge zum Thema der 5. DHd-Tagung „Kritik der digitalen Vernunft“ im Jahr 2018 in Köln andeuteten.

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Wir danken für die finanzielle Unterstützung in Form eines Reisestipendiums ermöglicht von der Dürrmüller-Bol-Stiftung.

Von Nora Echelmeyer und Sarah Schulz

CRETA auf der DH 2016

Auf der DH2016 — der globalen Digital Humanities-Konferenz — ist CRETA mit zwei Beiträgen und einem Workshop beteiligt.

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Emotionsprofil für Amalia aus Kafka's Schloss Unter dem Titel Automatic Emotion Detection for Quantitative Literary Studies — A case study based on Franz Kafka’s “Das Schloss” und “Amerika” stellen Roman Klinger, Surayya Samat Suliya und Nils Reiter ein Lexikon zu Emotionen sowie erste Experimente zur automatischen Emotionserkennung in literarischen Texten vor. Das Papier kann hier im Volltext heruntergeladen werden, Lexika sowie Code gibt es hier.

Im Beitrag mit dem Titel Authorship attribution of Mediaeval German Text: style and contents in Apollonius von Tyrland stellen Sarah Schulz, Jonas Kuhn und Nils Reiter stilometrisch inspirierte Arbeiten zu Heinrich von Neustadts Apollonius von Tyrland vor, einem Werk mit teilweise unklarer Autorschaftssituation. Das Papier kann hier im Volltext heruntergeladen werden.

Am Workshop From Digitization to Knowledge ist Nils Reiter als einer der Organisatoren und Gutachter beteiligt. Während die Digitalisierung von Büchern und Werken in vollem Gange ist, widmet sich der Workshop der Frage, wie es danach weitergeht. An digitalisierten Artefakten sind wir ja per se nicht interessiert, sondern an Auswertungen und Analysen der Inhalte der Artefakte.
Der Workshop findet statt am 11. Juli und beginnt um 09:30.

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Erstes Werkstatt-Treffen

In dem zweitägigen Werkstatttreffen am 22. und 23. März in Stuttgart haben alle Projektteilnehmer jeweils ihre Fachgruppe und Forschungsschwerpunkte einander vorgestellt. In einer praktischen Übung an unterschiedlichen Fachtexten bereiteten fachlich gemischte Gruppen die spezifischen Schwierigkeiten im Umgang mit diesen Texten auf und stellten Sie zur gemeinsamen Diskussion. Wir haben sowohl auf der Metaebene über aktuelle und grundsätzliche Entwicklungen in den Digital Humanities reflektiert.