CRETA bei der DH 2017

CRETA beteiligte sich bei der DH 2017, der diesjährigen Internationalen Konferenz der Digital Humanities in Montréal, mit folgenden Beiträgen.

  • From Text to Networks: Combining Entity and Segment Annotations in the Analysis of Large Text Corpora
    (Nils Reiter, Maximilian Overbeck, Sandra Murr)

    Dieser Halbtages-Workshop bot Praxiserfahrung beim Erproben eines vollständig erarbeiteten und getesteten Arbeitsablaufs, der im Centrum für reflektierte TextAnalyse entwickelt worden war. Der Schwerpunkt lag auf der validen und zuverlässigen Erkennung verschiedener Arten von Entitäten und Segmenten in nicht vorverarbeiteten und nicht annotierten Texten und der Gewinnung von Informationen über charakteristische Beziehungen anhand von Netzwerk-Visualisierungen. Das Interesse an Netzwerken für die Datenrepräsentation und -visualisierung ist seit Kurzem sehr hoch, und wir glauben, dass unser dreistufiger Arbeitsablaufplan auf viele Forschungsfragen in den Sozial- und Geisteswissenschaften übertragbar ist.

Wissenschaftliche Artikel:

  • Interactive Visual Exploration of the Regesta Imperii
    (Markus John, Christian Richter, Steffen Koch, Andreas Kuczera, Thomas Ertl)
  • Prototypical Emotion Developments in Adventures, Romances, and Mystery Stories
    (Evgeny Kim, Sebastian Pado, Roman Klinger)
  • Digital Analysis Of The Literary Reception Of J.W. V. Goethe’s Die Leiden Des Jungen Werthers
    (Sandra Murr, Florian Barth)
  • A Shared Task for a Shared Goal: Systematic Annotation of Literary Texts
    (Nils Reiter, Evelyn Gius, Jannik Strötgen, Marcus Willand)
  • Towards a Digital Narratology of Space
    (Gabriel Viehhauser-Mery, Florian Barth)

CRETA bei der DHd 2017 in Bern

Unter dem Thema „Digitale Nachhaltigkeit“ fand vom 13. – 17. Februar 2017 an der Universität Bern die 4. Tagung des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ statt. In verschiedenen Formaten und unter verschiedenen Gesichtspunkten wurde in acht Workshops, zwölf Vortragsslots, acht Panels, drei Keynotes und diversen Postern das Tagungsthema diskutiert. Dabei ging es u.a. um digitale Editionen, Visualisierung und Modellierung sowie um den Erhalt digitaler Daten, deren Repräsentation und Kompatibilität.

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Für uns begann die Woche Dienstagmorgen mit dem von uns mitorganisierten Workshop CUTE (CRETA Unshared Task zu Entitätenreferenzen). Bei diesem wurden andere Forschungsgruppen dazu aufgefordert, sich mit Bezug zu ihren eigenen Forschungsfragen mit dem im Rahmen des Projekts entstandenen Datensatz zu Entitäten in unterschiedlichen Textsorten zu beschäftigen. Hervorzuheben war die Heterogenität unserer Daten, die sowohl aus den Sozialwissenschaften als auch aus der älteren und neueren Literaturwissenschaft stammen. Im Workshop wurde das Konzept von Entitäten als ein textübergreifender Baustein vorgestellt, das dem Textverständnis dient und für forschungsspezifische Fragestellungen anschlussfähig ist. Trotz geringer Beteiligung am Unshared Task fand der Workshop bei den Teilnehmern vor Ort regen Anklang.

Am Donnerstag ging es im Vortrag von Gabriel Viehhauser und Florian Barth um eine spezifische Entität: die digitale Modellierung des Raums. Es wurden erste Ergebnisse zur Operationalisierung des Raumkonzepts in literarischen Texten vorgestellt und netzwerkgraphisch visualisiert.

Am Nachmittag diskutierten Nils Reiter und Marcus Willand gemeinsam mit Peer Trilcke, Frank Fischer, Nanette Rißler-Pipka und Christof Schöch über Methoden der quantitativen Dramenanalyse. Es wurden drei verschiedene Ansätze präsentiert und in einer Podiumsdiskussion reflektiert. Dabei wurde einerseits die Beziehung zwischen dem literaturwissenschaftlichen Gegenstand und der computergestützten Methode, andererseits unter dem Stichwort der Inter-Interpretabilität die Zusammenführung der verschiedenen Ansätze thematisiert, wobei sich die institutsübergreifende Kollaborationsbereitschaft zeigte. Auch das Leitthema der DHd fand Eingang in die Diskussion, indem anhand von Fragen nach Standardformaten und Dokumentationen Möglichkeiten der Nachhaltigkeit besprochen wurden.

Zu guter Letzt stellten wir am Freitagmorgen unseren PoS-Tagger für „das“ Mittelhochdeutsche vor. Für das Training eines Modells für den TreeTagger mussten zunächst semi-automatisch Daten erstellt werden, wofür wir auf die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank zurückgreifen konnten. Die Daten, die uns von Forschern aus Salzburg zur Verfügung gestellt wurden, sind teils manuell, teils automatisch mit PoS-Tags ausgezeichnet worden, um dann als Trainingsmaterial für ein mittelhochdeutsches Taggermodell zu dienen. Ein sehr interessiertes Publikum gab positive Rückmeldung: Es sei an der Zeit gewesen, diese Lücke für mittelhochdeutsche Texte zu schließen. Die Verfügbarkeit eines wichtigen Vorverarbeitungswerkzeugs als Grundlage für weiterführende automatische Analysen wird zukünftig die Möglichkeiten digitaler Methoden auch im Kontext der Mediävistik positiv prägen können.

Die fast schon familiäre Atmosphäre der Tagung lud zum Austausch mit Wissenschaftlern nicht nur aus der eigenen Forschungsrichtung ein, sondern förderte auch den interdisziplinären Kontakt. Denn zuletzt beschäftigten sich alle Teilnehmer mit Möglichkeiten der Konservierung von Daten, Standardisierung von Formaten und der Frage, wie sich Kollaborationen langfristig bewähren können. So zog sich das Thema der Nachhaltigkeit nicht nur durch das Programm, sondern gab auch Anlass zur kritischen Reflektion der Disziplin, womit sich bereits erste Anklänge zum Thema der 5. DHd-Tagung „Kritik der digitalen Vernunft“ im Jahr 2018 in Köln andeuteten.

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Wir danken für die finanzielle Unterstützung in Form eines Reisestipendiums ermöglicht von der Dürrmüller-Bol-Stiftung.

Von Nora Echelmeyer und Sarah Schulz

CUTE Evaluationsdaten

Die CUTE-Evaluationsdaten sind nun verfügbar. Im zip-Archiv befindet sich ein Unterordner namens eval mit neuen Texten zu den vier Genres (Briefroman, mittelhochdeutscher Artusroman, Parlamentsdebatte, Philosophischer Text).

Das Paket kann hier heruntergeladen werden (ohne Adorno, wegen Copyright). Wer sich vorher schon für das komplette Datenset (inkl. Adorno) registriert hat, kann den Download-Link aus der E-Mail wiederverwenden oder sich hier einen neuen besorgen.

Submissions

Evaluationsdaten für den CUTE shared task (track 1) sollten entweder im XMI oder CoNLL-Format eingereicht werden. Bitte schicken Sie die annotierten Daten bis inkl. Montag, 5. Dezember, an <cute@ims.uni-stuttgart.de>. Bitte geben Sie auch an, welche Genres und Entitätentypen annotiert wurden (wenn nicht alle).

CRETA auf der DH 2016

Auf der DH2016 — der globalen Digital Humanities-Konferenz — ist CRETA mit zwei Beiträgen und einem Workshop beteiligt.

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Emotionsprofil für Amalia aus Kafka's Schloss Unter dem Titel Automatic Emotion Detection for Quantitative Literary Studies — A case study based on Franz Kafka’s “Das Schloss” und “Amerika” stellen Roman Klinger, Surayya Samat Suliya und Nils Reiter ein Lexikon zu Emotionen sowie erste Experimente zur automatischen Emotionserkennung in literarischen Texten vor. Das Papier kann hier im Volltext heruntergeladen werden, Lexika sowie Code gibt es hier.

Im Beitrag mit dem Titel Authorship attribution of Mediaeval German Text: style and contents in Apollonius von Tyrland stellen Sarah Schulz, Jonas Kuhn und Nils Reiter stilometrisch inspirierte Arbeiten zu Heinrich von Neustadts Apollonius von Tyrland vor, einem Werk mit teilweise unklarer Autorschaftssituation. Das Papier kann hier im Volltext heruntergeladen werden.

Am Workshop From Digitization to Knowledge ist Nils Reiter als einer der Organisatoren und Gutachter beteiligt. Während die Digitalisierung von Büchern und Werken in vollem Gange ist, widmet sich der Workshop der Frage, wie es danach weitergeht. An digitalisierten Artefakten sind wir ja per se nicht interessiert, sondern an Auswertungen und Analysen der Inhalte der Artefakte.
Der Workshop findet statt am 11. Juli und beginnt um 09:30.

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Erstes Werkstatt-Treffen

In dem zweitägigen Werkstatttreffen am 22. und 23. März in Stuttgart haben alle Projektteilnehmer jeweils ihre Fachgruppe und Forschungsschwerpunkte einander vorgestellt. In einer praktischen Übung an unterschiedlichen Fachtexten bereiteten fachlich gemischte Gruppen die spezifischen Schwierigkeiten im Umgang mit diesen Texten auf und stellten Sie zur gemeinsamen Diskussion. Wir haben sowohl auf der Metaebene über aktuelle und grundsätzliche Entwicklungen in den Digital Humanities reflektiert.